Sunday, August 24, 2008

Ein Spaziergang durch Stanley

Es ist interessant, was Leute hier so in ihren (Vor-) Gärten und ums Haus haben, aber auch was man so auf den Straßen und Plätzen sieht. Meine Aussicht ist ja schon spektakulär, im besonderen das man mit Glück auch Delphine, Seelöwen oder Pinguine vom Wohnzimmer aus sehen kann, aber machen wir eine kleine Wanderung. Die meisten Häuser hier sind aus Holz, und alle in verschiedenen Farben... braun, grün, rot, schwarz, weiß aber auch grell blau, violett, gelb oder was auch immer. Mein Nachbarhaus ist ein großer Pub mit Veranda und Sitzgelegenheit, wo es Sonntags traditionellen Sonntagsbraten gibt. Die anderen Häuser sind eher "normale" Familienhäuser, in den Gärten stehen Bänke, Tische, Trampoline (Ich will auch eins), Schaukeln, evtl. mal eine Hundehütte mit Hund oder ein Hühnerstall mit Hühnern. Aber gleich hinter meinem Haus steht "IKEA" Haus: Die gesamte Einrichtung urde (angeblich) von Ikea bestellt, aber ganz besonders ist, daß es grell blau mit einem gelben Dach ist! Gehen wir weiter Richtung Arbeit, kommen wir an "Gnome World" (Gartenzwerge Welt) vorbei, ihr könnt euch vorstellen was das ist. Und da ist dann auch schon Ende von Stanley in diese Richtung. Die andere Seite ist interessanter...
Ich komme an einem Haus vorbei mit einem Baumhaus, das allerdings auf Stelzen steht, der Nachbar dieses Hauses hat einen halb zerlegten Panzer in der Einfahrt stehen und der andere ein Segelboot. Weiter gibt es Häuser mit Schafen im Garten, Miniponies oder sogar Großpferden. Bei meiner Kollegin (2 Personen im Haus) stehen ganze 4 Autos und ein Jetski vor dem Haus, hinter dem Haus das obligatorische Schaf und der Hund. twas weiter "oben", ich habe ja lange nicht glauben können das das wirklich war was es ist, liegen 2 Torpedos im Garten, während ein anderer einen halben Schiffsrumpf (nin, kein kleines Boot, der Rumpf eines vor vielen Jahren gestrandeten Frachtschiffes). Im allgemeinen gibt es hier viele großartig aussehende Schiffwracks in Stanley und in der Bucht, die meisten haben eine interessante Geschichte und sind seit mehr als 100 Jahren hier.
Es gibt hier Häuser die nicht viel mehr sind als Wellblechhütten, und neben meinem alten Haus ist ein Schuppen der nur noch von einer Reihe Taue gehalten wird und ganz krum und schief ist.
Dann gibt es jemanden der ein Rentier im Garten hat, viele haben Walknochen als Dekoration und ein Mann hat 2 gesamte Walskelette in seinem Garten aufgestellt, ausserdem Harpunenabschussrampen usw.
Vor der Kathedrale steht das "Walebonearch", ein Bogen zusammengesetzt aus 4 grßen Walknochen.
Mal shen ob ich es schaffe auch Fotos einzubinden zu einem Zeitpunkt, und ich hoffe ich werde bald mal wieder von mir hören lassen.

"Little Blue"

Leben in Stanley

So, nachdem ich jetzt ja doch schon einige Zeit hier lebe, wird es wohl doch mal Zeit einiges festzuhalten.
Das Leben hier ist erstaunlich ereignisreich, und normalerweise habe ich einen sehr vollen Kalender mit Aktivitäten... und es ist recht viel los.
Aber erst mal langsam anfangen: Ich wohne hier in Stanley, einer der wohl kleinsten Hauptstädte der Welt (ca. 2000 Einwohner), aber immerhin ist es (und fühlt es sich auch an) wie eine richtige Stadt. Es gibt 2 Schulen, Krankenhaus, Post, Bank (ja, es gibt hier sogar eigenes Geld!!!!), 3 Kirchen, 7 Pubs, 2 Restaurants, 2 Fastfood "Lokale" und ein Cafe/Restaurant, ausserdem 2 "Supermärkte", und einige Geschäfte wo man alles und nichts bekommt (vor allem alles was man eigentlich nicht braucht, und nicht das was man braucht) und einige Touristenläden. Es gibt ein Schwimmbad/Sporthalle Komplex, eine Stadthalle und den "Trough" (Freßtrog), as zu Hause der "Fighting Pigs", Stanleys eigener Rockband! (Zusammengesetzt aus einer Reihe Herren in den 50'ern, einschließlich dem Polizeichef). Apropos Polizei: Es wird geblitzt!!! Man kann hier auch einen Führerschein machen, der ist weltweit gültig (mal sehen was die Polizei in Deutschland sagt wenn sie mich anhalten und ich denen meinen Falkland Führerschein zeige :))
Für die Kleine von Stanley ist es eine ausgesprochen cosmopolite (gibt es das??) Stadt, Einwohner sind "traditionelle Einheimische", Briten, Chilenen, Deutsche, Leute aus Sankt Helena, Russen, Australier, Neuseeländer, Phillipinos, aber auch Leute aus USA, Canada, Südafrika, Brasilien, Argentinien, Peru, Uruguay, Norwegen, Spanien, Holland usw..., und es gibt eine breite Verteilund der Altersstruktur.
Viele kommen als "Gastarbeiter" (so wie ich) und bleiben einfach irgendwie stecken, es ist schon seltsam zu sehen wo alle ihre Wurzeln haben.
Vor zwei Wochen bin ich umgezogen und teile mir nun ein wunderschönes kleines Holzhaus mit einer englischen Botanikerin, ich kann jetzt morgens zur Arbeit laufen und mein guter, treuer "Little Blue" kann sich etwas Ruhe geniessen. Ich sitze jetzt hier im Wohnzimmer mit Blick aus dem großen Panoramafenster auf die Meeresbucht, es ist einfach fantastisch- den gleichen Blick habe ich von meinem Schlafzimmer, und es ist unglaublich morgens mit dieser Sicht aufzuwachen, und dann am Ufer entlang zur Arbeit zu laufen! (Leider ist das Büro nicht so toll.. aber dazu später mehr).
Fortbewegung: Das allgemeine Fortbewegungsmittel hier, ausser zu Fuss, sind große Geländewagen, dann gehts einfach drauf und drüber, und es ist einfach zu fahren. Das einzige öffentliche Verkehrsmittel sind Taxis, die vor allem Abends in Gebrauch sind (vor allem seit Alkohol billiger als Diesel ist). Oh, das ist noch eine Besonderheit: Trinken in Pubs ist extrem billig, was dies wahrscheinlich zur Hauptbeschäftigung vieler Menschen macht, wohingegen Essen in den Restaurants sehr teuer ist (wenn wir weggehen, ist es normal für einen Abend im Restaurant 30-35Pfund/Person zu zahlen).
So, nächster Post...